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+++ Freitag (20.09.) um 13:00 Uhr Kundgebung, Platz am Stadtbrunnen +++

Grafik: Dr. Dietrich Loeff
Text: Sonja Newiak

Dieser Klimastreiktag geht über die bisherigen eindrucksvollen Aktionen hinaus. Er folgt einem Aufruf an alle Menschen mit wachem Verstand, denn es geht genau genommen um noch weit mehr als den Kohleausstieg. Es geht um unsere gesamte Lebensweise, in letzter Konsequenz geht es um einen Systemwechsel, wie wir gerade wieder bei der Automesse vorgeführt bekamen. Zunächst geht es aber auch und sehr eindringlich um Frieden und Demilitarisierung.

Die Informationsstelle Militarisierung weist in ihrem jüngsten Bericht nach „Krieg ist der größte Klimakiller“ und das nicht erst, wenn er tobt durch direkte Zerstörung und Vernichtung, nein, bereits das Vorbereiten /Aufrüstung und Üben/Manöver von Kriegen und militärischen Einsätzen und Rüstungsexporten.

Im Jahr 2018 gab es 24 Kriege und bewaffnete Konflikte. Der Treibstoffverbrauch bei Panzern, Kriegsflugzeugen und Kriegsschiffen ist selbst in Friedenszeiten enorm, entsprechend hoch sind die Emissionen. Auf 260 Standorten übt die Bundeswehr täglich Krieg, hinzu kommen über 160 NATO-Übungen. Eine läuft gerade in der Ostsee, im Oktober folgt ein Großmanöver im Osten an der Grenze zu Rußland von Lettland bis Rumänien mit erneuten Panzer- und Truppentransporten auch durch Brandenburg und die Lausitz.

Ein Leopard-2-Panzer z.B. verbraucht auf 100 km ca. 530l Diesel, ein Eurofighter verbraucht pro Minute (!) 70-100l Kerosin und produziert pro Flugstunde 11t CO2.

Das US-Militär ist mit seinen über 1000 Militärstützpunkten der weltweit größte Verbraucher fossiler Brennstoffe und Verursacher von 73 Mio t Treibhausgasemissionen, mehr als die Industriestaaten Dänemark und Schweden.

Kriege waren immer auch Kriege gegen die Natur: Totalvernichtung in Hroshima und Nagasaki, der Giftgaseinsatz im Vietnamkrieg mit noch immer andauernden Folgeschäden am Erbgut, Wasser, Böden, Uranmunition im Irak- und Jugoslawienkrieg mit den Folgen von Krebs und Mißbildungen.

Wenn also im Oktober wieder US-Panzer und US-Soldaten zum NATO-Manöver durch die Lausitz in Richtung russische Grenze rollen, ist auch hier unser Protest und Widerstand erforderlich.

Friedens- und Umweltbewegung haben ein gemeinsames Ziel, den Erhalt einer lebenswerten Welt.

Wir müssen daher einander unterstützen, wenn es um den Ausstieg aus der Kohle, für eine Verkehrswende und eine ökologische Landwirtschaft geht, aber auch im Kampf gegen eine weitere Militarisierung unserer Gesellschaft.

Wir brauchen die Kraft von uns allen, weil auch die Herausforderungen nicht von einander zu trennen sind, die eine lebenswerte Zukuft ausmachen. Seid auch dabei, wenn wir in Kürze zu Aktionen gegen NATO-Truppen durch Brandenburg, gegen NATO-Manöver im Osten aufrufen. Denn das geschieht vor unseren Augen, die dürfen wir nicht verschließen.

Laßt uns unsere Kräfte vereinen.

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