Home > Weltfriedenstag > Rede zum Frieden

Zunächst möchte ich mich vorstellen und begründen, weshalb ich hier meine Meinung sage:

Dieter Brendahl, 82 Jahre, Mitglied der Partei

DIE LINKE, der IG Metall und der attac-Gruppe Cottbus. Ich habe Betriebselektriker gelernt, als Prüffeldmonteur für Elektromaschinen gearbeitet, ein Ingenieur-Studium für  Elektromaschinenbau absolviert und war von 1961 bis 1991 überwiegend als leitender Ingenieur für Anlagen der Prozessleittechnik tätig.

Jeden Montag bemühe ich mich, an der Friedensmahnwache teilzunehmen, die meistens an dieser Stelle ab 18.00 Uhr präsent ist. Ich tue das, weil wir an Kriegen beteiligt sind, wie es die Mehrheit unserer gewählten Repräsentanten im Bundestag und Bundesrat beschlossen hat.

Sie haben Vertragseinbindungen zugelassen, die nicht dem Frieden dienen.

Den Frieden kann ich hier nicht anmahnen, denn wir sind an Stellvertreterkriegen beteiligt, in denen die Magnaten der westlichen Welt und die östlichen Oligarchen gegeneinander Kriege führen lassen. Kriegsflüchtlinge sind bei denen nicht willkommen.

Das Beispiel Syrien zeigt, dass die Zivilbevölkerung, vor dem Terror ausländischer Bomber und Söldner fliehen muss.

Die  nationalen Globalstrategen,  die Bombenflugzeuge und Bomben entsenden, lassen keinen legalen Zuzug von betroffenen Zivilisten in ihre eigenen Länder zu.

Sie bezahlen Massenmedien, um ihre Kriegsstrategien als Verteidigung  menschenfreundlicher Werte zu propagieren.

 

Mit dieser Tafel  will ich auf die wesentlichste Kriegsursache, die Ausbeutung von Menschen und Ressourcen im Interesse von Kapitalvermehrung und Wirtschaftsmacht, hinweisen.

Die Art der Energieversorgung für den Privatgebrauch, für Industrie, Landwirtschaft, Handwerk, Dienstleistung und Verkehr ist entscheidend,

  • ob wir den durch Industrialisierung vor 180 Jahren begonnenen menschengemachten Klimawandel noch aufhalten können und
  • ob es uns gelingt, atomare und fossile Energieträger gegen Sonnen- und Windenergie austauschen.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass es möglich ist, um Sonne und Wind Kriege anzuzetteln, in denen wie jetzt an Stelle der kriegsverursachenden Eliten ganze Völker leiden müssen.

Die Kriege, bei denen es faktisch um  Ausbeutung der Ressourcen ferner Länder und  Meere geht, haben inzwischen schon mehr Menschen das Leben gekostet, als der II. Weltkrieg.

Doch nun zu dieser Tafel:

Sie ist mit Sicherheit unvollständig, denn ich bin nicht Moses und Moses hatte 2 Gesetzestafeln.

Nach gegenwärtigem Stand von Wissenschaft und Technik können  Industrie, Landwirtschaft  und Haushalte sich weltweit selbst aus Sonne und Wind mit Energie versorgen, ohne von einem Kartell der Energieversorger und Übertragungsnetzbetreiber abhängig zu sein. Befreiung von Kartellabhängigkeit ist nur mit  dezentraler Eigenversorgung der Verbraucher zu erreichen.

Aber, die Gesetze sind nicht so:

Sie verlangen Abgaben für Konzerne, Großhändler und  Kriegsbeteiligung. Mit gesetzgeberischen Tricksereien wird indirekt die Besteuerung von Sonne und Wind eingeführt.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie  täuscht einen Strommarkt vor, wo  Spekulationsgrundlagen für Gewinne aus Selbstzerstörung durch Kriege und Klimawandel geschaffen werden.

Zum  vom Bundestag beschlossenen EEG 2016 gehört der Börsenhandel mit Lieferversprechen für Strom aus Atomenergie und  Kohle.

Damit  wird  ignoriert, dass in der Bundesrepublik schon jetzt über 30 Prozent des gesamten Stromverbrauchs von schwankendem Strom aus Sonne und Wind bestimmt wird.

Es gibt keine zeitliche Übereinstimmung der Verfügbarkeit von Sonne und Wind mit dem Stromverbrauch. Nur Betrüger können mit Vorabhandel von Strom an der Börse Geld verdienen.

Die Konzerne  weigern sich, in dezentrale Speicher für Überschussstrom zu investieren, mit denen die natürlichen Schwankungen von Sonne und Wind ausgeglichen werden können. Das neue Gesetz hilft ihnen, sie von dieser lebenswichtigen Aufgabe zu entbinden.

Im Gegenteil: Der Bundestag und die Bundesregierung lassen zu, dass von privatwirtschaftlich organisierten Netzbetreibern die Kosten für einen Netzausbau eingetrieben werden, der nur dem Macherhalt der auf Gewinnmaximierung orientierten Konzerne dient.

Es gibt im Land Brandenburg eine Region, in der mehr als 180 % des Strom-Eigenbedarfs aus Wind- und Solarenergie erzeugt wird. Die Bewohner haben davon nicht etwa Preisvorteile, sondern ihnen werden die Kosten des Abtransportes des Stromüberschusses als Strompreis und Steuern  übergeholfen.

Wir hier, die Cottbuser Bürger, müssen für die Transportkosten zum Export von überschüssigem Kohlestrom mit aufkommen.

In unseren Strompreisen werden zusätzlich die Kosten für vom Ausland nicht erwünschten Import von Kohlestrom und die Kosten für weggeworfenen Wind- und Solarstrom versteckt.

Es gibt scheinbar ein Tabu, nach dem Oppositionsparteien, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Bürgerenergie-, Naturschutz-, und Umweltverbände

vor der Vorlage eines gemeinsam erarbeiteten  gemeinnützigen Gegengesetzentwurfs zurückschrecken.

Ein  Gesetzentwurf,  der mit den Strommarktlügen bricht, ist möglich.

Einem Gesetz, dass dem Eigennutz der Kapitaleigner von Konzernen dient, stünde dann der Entwurf eines gemeinnützigen Gesetzes entgegen.

Damit kann das von der Kartell- und Konzernlobby beeinflusste und von der Regierungskoalition des Bundestages durchgewinkte EEG 2016  verhindert werden.

Ein Gesetzentwurf  für dessen Annahme sich eine wahrhaftige Mehrheit des Volkes einsetzt, wäre als Begleitmusik  für Friedensveranstaltungen wie unserer heutigen, ein Beitrag zum Erfolg.

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